Stoffwechsel Veranlagung

Der Stoffwechsel jedes Menschen und seine Funktionsweise wird zu großen Teilen von den Genen bestimmt und ist damit veranlagt.

Auch die Einteilung in drei grobe Stoffwechseltypen kann nichts daran ändern, dass wir alle über einen individuellen Metabolismus (Stoffwechsel), der keinem anderen gleicht, verfügen. Er kann zwar vom persönlichen Lebensstil beeinflusst werden, wird hauptsächlich aber von der DNA bestimmt.

Obwohl Du mithilfe von Tipps und Tricks Deine Stoffwechselrate steigern kannst, wird die Funktionsweise und -geschwindigkeit des Metabolismus’ niemals völlig in Deiner eigenen Hand liegen.

Im Folgenden erklären wir Dir, welche genetischen Faktoren Einfluss auf den Stoffwechsel ausüben und was Du tun kannst, um Deinen Stoffwechsel trotzdem bestmöglich bei seiner Arbeit zu unterstützen.

Geschlecht

Stoffwechsel Veranlagung Geschlecht

Bereits das Geschlecht hat einen großen Einfluss darauf, wie schnell oder langsam Dein Metabolismus arbeitet.

Frauen verbrennen in der Regel weniger Kalorien als Männer. Bereits der Grundumsatz ist zwischen fünf und zehn Prozent niedriger. Der gesamte Energieverbrauch kann pro Tag schließlich bei mehreren hundert Kalorien weniger liegen als bei Männern.

Der Grund dafür ist, dass Frauen prinzipiell leichter Fett- und weniger schnell Muskelmasse ansetzen. Auch das ist in der weiblichen DNA festgelegt.

Zeit Art des Körpergewebes Kalorienverbrauch (im Ruhezustand)
24 h 1 kg Muskeln 100 kcal
24 h 1 kg Fett 40 kcal

Angesichts der Tatsache, dass 1 kg Muskelmasse innerhalb eines Tages 100 Kalorien verbrennt, während es beim Fettgewebe nur 40 kcal sind, wird schnell klar, warum Männer in dieser Hinsicht im Vorteil sind.

Nicht nur bei Anstrengung, sondern auch im Ruhezustand verbrennen Muskeln deutlich mehr Kalorien als Fett und sorgen dafür, dass der Stoffwechsel dazu angehalten wird, härter zu arbeiten, damit der Körper ausreichend mit Energie versorgt wird.

Körpergröße

Zudem hat auch die individuelle Körpergröße Einfluss auf den Stoffwechsel. Eine große Körpergröße geht meist auch mit mehr Körpermasse einher.

Ein großgewachsener Mensch verbraucht deshalb meist mehr Energie als ein kleiner. Sein Metabolismus muss härter arbeiten, um den Körper mit Energie zu versorgen.

Es liegt somit auf der Hand, dass großgewachsene Menschen im Allgemeinen eine höhere Stoffwechselrate haben und schneller Kalorien verbrennen.

Natürlich geht diese Rechnung auch für Menschen mit erhöhter Muskel- oder Fettmasse auf – auch sie haben eine erhöhte Stoffwechselrate. Im Gegensatz zur genetisch festgelegten Körpergröße sind Fett- und Muskelanteil der Körpers jedoch vom individuellen Lebensstil beeinflussbar.

Hormonhaushalt

Ob jemand z.B. schnell Muskeln ansetzt oder zu Fettreserven neigt, wird maßgeblich auch vom individuellen, körpereigenen Hormonhaushalt geregelt.

Das männliche Sexualhormon Testosteron beispielsweise wird auch als Dopingmittel (Anabolika) genutzt, weil es das Muskelwachstum fördert und leistungssteigernd wirkt. Wer auf natürliche Weise mehr körpereigenes Testosteron produziert, wird also weniger Schwierigkeiten haben, Muskelmasse anzusetzen.

Auch Frauen verfügen über Testosteron, der Anteil ist bei ihnen allerdings deutlich geringer. So erklärt sich u.a. auch, dass Frauen, auch wenn sie Krafttraining betreiben, deutlich langsamer Muskelmasse ansetzen.

Auch weitere Hormone haben Einfluss auf die Körperstatur. Leptin beispielsweise, wird ausgeschüttet, wenn die Menge der Fettspeicher im Körper ansteigt. Es blockiert im Gehirn die Ausschüttung von appetitanregenden Substanzen. Hier lest ihr mehr dazu.

In der Theorie regulieren sie also die Fettmasse des Körpers und sorgen dafür, dass bei ausreichenden Fettreserven weniger Nahrung zugeführt wird. Tatsächlich funktioniert die Leptin-Regulation allerdings nicht bei allen Menschen gleichermaßen gut.

Auch durch eine genetisch bedingte verminderte Leptin-Ausschüttung kann die Körperstatur und die damit einhergehende Stoffwechselrate stark beeinflusst werden.

An dieser Stelle lässt sich eine Vielzahl an Hormonen aufzählen, die auf lange Sicht einen Einfluss auf die Körperkomposition haben können, z.B.

  • Insulin
  • Östrogen
  • Cortisol (wird bei Stress ausgeschüttet)
  • Ghrelin (reguliert das Sättigungsgefühl)

Tatsache ist, dass Dein genetisch bedingter Hormonhaushalt einen enormen Einfluss, nicht nur auf Deine Statur, sondern auch auf die Funktionsweise Deines Stoffwechsels hat.

Alter

Stoffwechsel Veranlagung Alter

Der Stoffwechsel jedes Menschen verlangsamt sich mit dem Alter. Wie genau Körper und Stoffwechsel auf den Alterungsprozess reagieren, ist individuell verschieden und weitgehend von der DNA vorgegeben.

Wir alle benötigen mit zunehmendem Alter weniger Kalorien. Der Energiebedarf sinkt, Muskelmasse wird abgebaut, die Fettmasse steig und die Stoffwechselrate verringert sich folglich.

Dieser Prozess setzt schon im Alter von 30 Jahren ein und bedeutet je nach genetischer Veranlagung eine Verringerung der Stoffwechselrate um bis zu 15 %.

Willst du dem Muskelabbau aktiv entgegenwirken, musst Du regelmäßiges Krafttraining einplanen!

Natürlich kommen auch nicht-genetische Faktoren hinzu, wie z.B. dass Du Dich im gehobenen Alter vermutlich gesundheitsbedingt weniger bewegen wirst, als im Teenager-Alter.

Stoffwechselstörungen und -krankheiten

Es gibt eine Vielzahl an Stoffwechselstörungen und -krankheiten, die oftmals genetisch bedingt sind.

Dazu gehören u.a.:

  • Cushing-Syndrom
  • Diabetes mellitus
  • Eisenspeicherkrankheit
  • Gicht
  • Mukoviszidose
  • Über- und Unterfunktion der Schilddrüse
  • Prader-Willi-Syndrom

Diese Krankheiten haben eine sehr unterschiedliche Symptomatik und nicht immer einen direkten Bezug zur Fettverbrennung oder zum Muskelaufbau.

Die meisten dieser Erkrankungen treten glücklicherweise eher selten auf.

Eine Selbstdiagnose und -therapie sollte in jedem Falle unterlassen werden, da es sich dabei um ernsthafte Erkrankungen handelt, die unvorhersehbare Folgen für Körper und Stoffwechsel haben können, wenn sie nicht ordnungsgemäß behandelt werden.

Fazit – Welche Rolle spielt Veranlagung für den Stoffwechsel?

Tatsache ist, dass Du auf eine Vielzahl von Stoffwechsel-Faktoren keinen oder nur wenig Einfluss hast. Dein Hormonhaushalt, Geschlecht, Alter und Deine Körpergröße entscheiden maßgeblich darüber, ob Du einen „schnellen” oder „langsamen” Stoffwechsel hast.

Nichtsdestotrotz solltest Du angesichts dieser Erkenntnis keinesfalls den Kopf in den Sand stecken. Durch die Optimierung Deines eigenen Lebensstils, insbesondere der Essgewohnheiten, Sport und Bewegung sowie Schlaf, kannst Du einen erheblichen Einfluss ausüben und Deinen Stoffwechsel ankurbeln.

Nur ernsthafte Stoffwechselstörungen können dem Anspruch, Deine Stoffwechselrate eigenhändig zu verbessern, im Weg stehen.

Im Falle einer solchen diagnostizierten Stoffwechselerkrankung solltest Du Dich unbedingt an die Ratschläge Deines Arztes halten und keine Selbstversuche wagen.

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