Hungerstoffwechsel

Was du über den Hungerstoffwechsel wissen musst

Vor allem Menschen, die versuchen, Abnehmen durch Hungern zu erreichen, erleben ihn früher oder später am eigenen Leib: den Hungerstoffwechsel. Dieser Zustand ist nicht nur unangenehm sondern kann auch wirklich sehr gefährlich für Leib und Leben werden. Damit du erkennst, wann auch du von dieser Notsituation in deinem Körper betroffen bist, erklären wir dir in diesem Artikel ganz genau, was du darüber wissen musst.


1. Wenn der Körper auf Hungerstoffwechsel umschaltet

In der Medizin spricht man von zwei Formen des Stoffwechsels. Zum einen gibt es den anabolen Stoffwechsel und zum anderen den katabolen Stoffwechsel. Beide Begriffe, anabol und katabol, sind aus dem Griechischen entlehnt. Anabol bedeutet übersetzt so viel wie „den Aufbau betreffend“ und katabol dagegen kann man mit „den Abbau betreffend“ übersetzen. Und genau diese Übersetzung trifft den Nagel auf den Kopf.

So könnte man den anabolen Stoffwechsel auch als den normalen, gesunden Stoffwechsel bezeichnen. Denn er ist vollständig auf Erneuerung und Erhalt und Aufbau programmiert. Zellen werden mit Hochdruck repariert und erneuert, alle Organe erhalten Nährstoffe und Energie, mit deren Hilfe sie zuverlässig ihren Aufgaben nachkommen können. Zu guter Letzt wird überschüssig zugeführte Energie für schlechte Zeiten in Notspeichern abgelagert, um bei Bedarf schnell zur Grundversorgung recycled werden zu können.

Ganz anders der Hungerstoffwechsel, also der katabole Stoffwechsel. Der Körper schaltet nur vom anabolen zum katabolen Stoffwechsel um, wenn er sich durch äußere Umstände dazu gezwungen sieht. Verbrauchen wir durch körperliche Arbeit und die Grundversorgung des Körpers über mehrere Tage mehr Energie, als wir dem Körper zufügen, beginnt dieser sein Notprogramm.

1.1 Verringerung des Grundumsatz

Eine der ersten Maßnahmen des Körpers, sobald er auf den Katabolismus umstellt, ist es, den Grundumsatz an Energie dadurch zu senken, dass er den Stoffwechsel verlangsamt. Atmung und Herzschlag verlangsamen sich, die Körpertemperatur wird leicht abgesenkt und auch andere Maßnahmen helfen, so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen.

hungerstoffwechselIm Anschluss an eine Hungerkur heißt es für die Abnehmwilligen erst einmal den Grundumsatz steigern (hier Grundumsatz berechnen). Denn schaffen sie es nicht, den Grundumsatz wieder langsam zu erhöhen, reicht schon eine geringe Anhebung der Kalorien, um schnell wieder zuzunehmen. Der gefürchtete Jojo-Effekt tritt auf, obwohl man immer noch viel weniger Kalorien aufnimmt als vor der Diät. Nicht nur das Sparprogramm des Körpers, auch die Abnahme an Muskelmasse führt dazu, dass der Grundumsatz nach einer Diät geringer ist als vor der Hungerkur. Denn Muskeln verbrauchen nicht nur beim Arbeiten Kalorien, sondern auch in Ruhe. Doch durch den Hungerstoffwechsel sind, je nach Dauer, viele Muskeln abgebaut worden, die fehlen nicht nur für die Kraft, sondern auch, um Kalorien zu verbrennen. Es ist also gar nicht so leicht, den Hungerstoffwechsel ohne Gewichtszunahme zu beenden.

1.2 Der Blutzuckerspiegel wird abgesenkt

Hält die Nahrungsknappheit an, genügt es nicht allein, die kompletten Stoffwechselvorgänge auf minimale Leistung herunter zu fahren. Der Körper muss sich einiges einfallen lassen, um die Zeit des Fastens heil überstehen zu können.

So senkt er zum Beispiel auch den Blutzuckerspiegel. Eine wichtige Rolle dabei spielt das Glukagon. Genau wie das Insulin wird auch sein Gegenspieler Glukagon in der Bauchspeicheldrüse hergestellt. Während das Insulin den Blutzuckerspiegel nach dem Essen senken soll, kümmert sich das Glukagon darum, zu verhindern, dass der Blutzuckerspiegel in Bereiche absinkt, die gefährlich für uns werden könnten.
Sobald der Körper Unterzucker registriert, beginnt er vermehrt Glukagon auszuschütten: Das Glukagon veranlasst die Leber dazu, das in ihr gespeicherte Glykogen, eine Speicherform des Zuckers, freizusetzen. Wie alle Zuckerarten ist auch das Glykogen schnell dazu in der Lage, uns Energie zu liefern. Die Leber kann aber nur eine sehr begrenzte Menge an Glykogen zu speichern, meist reicht diese Menge nur für etwa einen Tag.

Aus diesem Grund hat das Glukogen die Aufgabe, ein Enzym freizusetzen. Dieses Enzym, quasi ein Katalysator in unserem Organismus, veranlasst nun in der Leber, eine andere Quelle für den überlebensnotwendigen Blutzuckerspiegel zu verwenden. Es kann nämlich das ebenfalls in der Leber, aber auch im Unterhautfettgewebe gespeicherte Fett mit Hilfe von hochwertigen Eiweißen in eine Zuckerform umwandeln. Dazu verwendet sie, wenn gar keine Nahrung zugeführt wird, das Muskeleiweiß des eigenen Körpers. Der Körper beginnt also quasi, sich selbst zu „verzehren“. All dieses ist notwendig, um die Funktion der lebenswichtigen Organe, wie Gehirn und Herz aufrechterhalten zu können. Da er für diese wichtige Arbeit auch eine Menge an anderen Stoffen benötigt und aus dem Körper abzieht, kann es sehr schnell passieren, dass wie einen Mangel an lebenswichtigen Nährstoffen, wie Lipiden, also Fetten, den Eiweißbausteinen (Aminosäuren), Vitaminen und Spurenelementen erleiden.

1.3 Der Einsatz von hochwertigen Eiweißquellen

Aus diesem Grund setzen viele Diäten darauf, nicht komplett auf Nahrung zu verzichten, sondern hochwertige Eiweiße konzentriert einzusetzen. Das haben findige Hersteller von Eiweißpulvern wie Almased und Co. genutzt und Produkte speziell zum Abnehmen auf den Markt gebracht. Versehen mit verschiedenen Geschmacksrichtungen sollen sie Abnehmwilligen helfen, ihre Fettdepots schnell abzubauen, ohne die Gefahr von Mangelernährung oder Muskelabbau. Mit diesen Eiweißprodukten wollen sie also praktisch den Hungerstoffwechsel austricksen.

Doch genau beim Thema Geschmack findet sich der größte Nachteil solcher Formula-Diätprodukte. Denn während die verwendeten Eiweißquellen meist verhältnismäßig fettarm sind, erfordert der gefällige Geschmack meist den Zusatz von erheblichen Mengen an Industriezucker, was diese Produkte als Abnehmhilfen wiederum sehr fragwürdig macht. Aus diesem Grund empfehlen viele figurbewusste Hardliner selbst hergestellte Alternativen zu fertig gekauften Eiweißpulvern.

2. Zauberwort oder Mythos? Die Ketose

Vor allem in Schönheits- und Fitnessbereich hört man immer wieder vom Begriff der Ketose im Zusammenhang mit dem Hungerstoffwechsel. Die Ketose, ist ein Zustand im Körper, in dem der Stoffwechsel versucht, den überlebenswichtigen Zucker für das Gehirn und andere Organe aus Fettzellen herzustellen. Bei länger anhaltendem Hungerstoffwechsel kann das Gehirn sich sogar darauf einstellen, anstatt Zucker direkt Keton als Energiequelle zu verwenden. Dabei entsteht der Ketonkörper Aceton. Doch Aceton übersäuert den Organismus.

Diese Übersäuerung wird Ketoacidose genannt, die unbehandelt bis hin zum Koma führen kann. Nach wie viel Tagen die Ketose beginnt, ist nicht nur von individuellen Faktoren wie Ausgangsgewicht, Gesundheitszustand, Ernährungsgewohnheiten vor der Hungerkur und so weiter abhängig. Auch die Art der Diät bestimmt, ob und wann der Körper mit der Ketose beginnt.

3. Wie kannst du Hungerstoffwechsel erkennen?

mager durch hungerstoffwechselVor allem, wenn du das Projekt Abnehmen allzu ehrgeizig angehst und die Nahrungsaufnahme rigoros reduzierst, wirst du mit großer Sicherheit früher oder später körperliche und seelische Hungerstoffwechsel Symptome erleben.

Die ersten Anzeichen des Hungerstoffwechsels können durchaus erst einmal angenehm sein. Die Hungerstoffwechsel Symptome werden aber im Laufe der Dauer nicht nur unangenehmer, sondern von Tag zu Tag gefährlicher. So berichten viele Menschen zu Beginn einer Hungerkur erst einmal davon, dass sie sich sehr gut fühlen.

Alles konzentriert sich auf das Abnehmen, Ergebnisse sind sichtbar und Glückshormone machen sich im Blut breit. Doch relativ schnell ändert sich die Sache und die Betroffenen leiden unter den Hungerstoffwechsel Symptomen. Müdigkeit und Aufmerksamkeits-Probleme treten auf. Auch Stimmungsschwankungen, Depressionen und Lustlosigkeit treten meist schon recht früh auf. Weitere Folgen können Schwindel, bis hin zu Schwarz werden vor den Augen oder auch Ohnmachtsanfälle sein. Auch der Tag-Nacht-Rhythmus kann durch einen Hungerstoffwechsel mächtig durcheinander kommen. Während du nachts keinen Schlaf findest, fällt es dir tagsüber schwer, die Augen offen zu halten. Dazu kommt ein fast ständiges Kältegefühl, auch wenn die Umgebung objektiv betrachtet sehr warm ist.

Zittern, eine innere Unruhe, Libidoverlust und bei Frauen das Ausbleiben der Regel können auch deutliche ungerstoffwechsel Symptome sein. Dazu kommen auf Dauer auch Probleme, wie Muskelschwund, spröde und brüchige Nägel sowie stumpfe, dünne Haare. Am Ende des Hungerns stehen Hungerstoffwechsel Symptome wie kompletter Kräfte- und Leistungsverlust sowie Koma und Tod.

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