Abnehmen am Bauch – Wie du deinem Bauchfett den Kampf ansagst

Schnell abnehmen am Bauch ist für viele Menschen noch immer ein erstrebenswertes Ziel. Doch ist das eigentlich so einfach und gezielt möglich?

Unser heutiges Schönheitsideal hat seine Wurzeln in den frühen 1980er-Jahren, als der Wohlstandsbauch langsam außer Mode kam und sowohl Actionfilme aus den USA als auch die Fitness- und Bodybuildingwelle das Mindset hierzulande nachhaltig veränderten. Wir haben es also charismatischen Menschen wie Arnold Schwarzenegger, Chuck Norris und Sylvester Stallone zu verdanken, dass das knallharte Sixpack heute noch bei vielen Männern und Frauen als der Gipfel der körperlichen Perfektion gilt.

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Diesem Verlangen hat die aufkeimende Fitnessindustrie in den vergangenen Jahrzehnten verständlicherweise auch Rechnung getragen, indem immer wieder neue Programme, Diäten und Trainingsmethoden an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht wurden. Wie die meisten, die sich einmal an diesem Ziel versucht haben, bestätigen können, steckt hinter dem Abnehmen am Bauch deutlich mehr, als es uns von mancher Seite glauben gemacht werden soll.

Lokaler Fettabbau ist nicht möglich

Im Umfeld der allgegenwärtigen Forderung nach Schönheit, Jugend und Vitalität ist der Wunsch danach, ein Sixpack zu besitzen oder zumindest einen flachen Bauch zu haben, nur allzu verständlich und selbstredend auch begrüßenswert.

Leider nur kursiert in weiten Teilen der Fitness-Gemeinde, befeuert durch gebetsmühlenartige Wiederholungen in diversen Medien, noch immer die Ansicht, dass es möglich wäre, gezielt am Bauch abzunehmen.

An dieser Stelle möchten wir einmal mit diesem hartnäckigen Mythos aufräumen, denn der gezielte Fettabbau an einer bestimmten Stelle, ob nun durch Ernährung, Massagen oder bestimmte Trainingsformen, ist schlicht und ergreifend nicht möglich.

Gezielter Fettabbau am Bauch, oder anderen bestimmten Körperstellen ist nicht möglich!

Bevor wir aber schildern wollen, wie du dennoch sehr effektiv am Bauch abnehmen und dabei einen gesunden Body formen kannst, möchten wir die Mär hinter dem Mythos auf biologischem Wege enttarnen und damit ein für alle Mal beseitigen.

Warum ist gezieltes Abnehmen am Bauch nicht möglich?

Wir Menschen sind nicht nur geistige Individuen, sondern unterscheiden uns auch selbstverständlich hinsichtlich unserer genetischen Merkmale, was auch die Körperkomposition nebst der Verteilung des subkutanen und viszeralen Fettgewebes anbelangt.

In der Folge neigt der eine Athlet eher dazu, Fett am Bauch anzulagern, während die Gliedmaßen weitgehend definiert erscheinen. Ein anderer Sportler profitiert hingegen von einer gleichmäßigen Verteilung des Körperfetts, während ein dritter Athlet seinerseits zwar einen flachen Bauch besitzt, dafür aber an Po und Gliedmaßen besonders schnell passive Körpermasse ansetzt.

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Was den genetischen Aufbau und die Verteilung der Fettreserven betrifft, wirkt sich im Umkehrschluss auch auf den Abbau der Fettdepots im Rahmen einer kalorienreduzierten Diät aus. Wo der Organismus mit dem Fettabbau beginnt und ob er dies an allen Körperstellen gleichmäßig tut oder diesbezügliche Präferenzen hat, lässt sich durch exogene Maßnahmen nicht beeinflussen.

Im Klartext bist du deinen Genen ausgeliefert. Mit diesem Wissen in der Hinterhand erhältst du aber gleichzeitig die Möglichkeit dazu, unseriöse Versprechungen gleich zu Beginn zu entlarven, sodass du Zeit und Geld sparst, das du besser in tatsächlich wirksame Maßnahmen investierst, von denen wir dir im Folgenden einige näherbringen möchten.

Abs are made in the kitchen

Dieses vor allem in englischsprachigen Fitness-Communitys verbreitete geflügelte Wort lässt sich auch im Deutschen auf die schlagkräftige Aussage »definiert wird in der Küche« reduzieren und sagt dabei jedoch eigentlich bereits alles aus, was für das Abnehmen am Bauch wichtig ist.

Grundvoraussetzung, damit es mit dem Fettabbau überhaupt vorangehen kann, ist ein adäquates Kaloriendefizit, denn nur wenn der Organismus mehr Energie verbraucht als er täglich über die Ernährung zugeführt bekommt, ist dieser dazu gezwungen, auf den körpereigenen Energieträger, das Depotfett, zurückzugreifen.

Nur wenn ein Kaloriendefizit vorliegt, wird vorhandenes Körperfett langfristig reduziert.

Nun gestaltet sich die ganze Angelegenheit leider nicht wirklich derart simpel, denn der nachhaltige Erfolg beim Fettabbau, ganz gleich ob dieser am Bauch, an der Hüfte, am Po oder an den Oberschenkeln erfolgen soll, kann nur über die richtige Planung erreicht werden.

In dieser Situation neigen insbesondere Trainingseinsteiger dazu, das kalorische Defizit zu groß zu gestalten, was ausschließlich dazu führt, dass die Diät entweder schnell abgebrochen wird oder sich im Erfolgsfall das Risiko für den Jojo-Effekt massiv erhöht.

In der Folge gilt es, zunächst ein moderates Energiedefizit von rund 500 Kilokalorien pro Tag zu wählen, was einem Fettabbau von rund einem halben Kilogramm pro Woche entspricht. Mit dieser Maßnahme stellst du sicher, dass dein Organismus nicht in den Notstoffwechsel schaltet, der uns durch die Reduktion der Stoffwechselrate insbesondere in grauer Vorzeit vor dem Verhungern schützte.

Das gewählte Kaloriendefizit darf nicht zu hoch sein, sonst tritt nach der Diät der gefürchtete Jojo-Effekt ein.

Der Teufel steckt im Detail

Abnehmen am Bauch mit unseren TippsMit einem Energiedefizit ist es allerdings noch nicht getan, denn auch die Versorgung mit den Makronährstoffen Protein, Fett und Kohlenhydraten hat einen entscheidenden Einfluss auf den Fettabbau.

Während der Konsum von mindestens zwei Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag sicherstellt, dass der Organismus im Zuge der Diät so wenig Muskulatur wie möglich energetisch verstoffwechselt, sorgt eine regelmäßige Aufnahme von Fetten überhaupt erst dafür, dass sich der Körper langfristig dazu bereiterklärt, den angesammelten Bauchspeck als Energieträger freizugeben.

Hintergrund ist die Tatsache, dass Fett in seiner Eigenschaft als essenzieller, also lebensnotwendiger Nährstoff, an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt ist, die ohne nicht funktionieren würden.

Es liegt also auf der Hand, dass der Organismus dazu neigt, seine Fettreserven nur sehr sparsam zu behandeln, wenn er der Auffassung ist, dass über die tägliche Ernährung zu wenig Nachschub für die mittelfristige Lebenserhaltung zugeführt wird.

Unser Körper ist, wie du siehst, noch immer in der Steinzeit gefangen und kann nicht wissen, dass es uns prinzipiell nicht an Nahrung mangelt, sondern wir aus ästhetischen Gründen lediglich unseren Bauchspeck verlieren möchten. Es wäre also ein fataler Fehler, die Fettzufuhr zu minimieren, wie es in vielen Medien gerne behauptet wird.

Nur mit ausreichend Kohlenhydraten und Fett kann der Körper gesund abnehmen.

Im Gegenzug sind aber auch die viel gescholtenen Kohlenhydrate notwendig, um eine vernünftige Ernährung sicherzustellen, die eine optimale Nährstoffversorgung des Organismus garantiert. Speziell im Fall des Abnehmens ist aber speziell auf die Art der zugeführten Kohlenhydrate zu achten.

Denn während kurzkettige Kohlenhydrate wie raffinierter Zucker oder Weißmehlprodukte nach Möglichkeit zu meiden sind, gehören komplexe Kohlenhydrate, wie sie in Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten enthalten sind, in jedem Fall auf den Speiseplan, da sie den Körper nicht nur stabil mit Energie, sondern auch mit wichtigen Mikronährstoffen versorgen.

Mit dem richtigen Workout erreichst du dein Ziel schneller

Wer einen flachen Bauch oder ein Sixpack haben möchte, darf darüber hinaus nicht die Mühe scheuen, sportlich aktiv zu werden, denn andernfalls kann selbst die beste Diät zu einer reinen Hungerkur ausarten, der auch eine große Menge an Muskulatur zum Opfer fällt, was definitiv nicht Sinn der Sache sein sollte. Da es so etwas wie spezielle Übungen, die das Fett am Bauch schmelzen lassen, faktisch nicht gibt, gilt es, dem Bauchspeck mit Hilfe von Cardio-Training zu Leibe zu rücken.

Sportwissenschaftliche Studien belegen diesbezüglich, dass das von vielen Trainern empfohlene Ausdauertraining nach dem Credo „Slow and steady“ dabei wesentlich ineffektiver ist als bislang angenommen.

Deutlich effektiver ist das sogenannte High Intensity Intervall Training, kurz HIIT, das einem hoch intensiven Intervalltraining in verschiedenen Pulszonen entspricht und dabei die unterschiedlichen Energiegewinnungsmechanismen unseres Organismus kombiniert und den auf die Kalorienbilanz bezogenen Gesamtenergieverbrauch maximiert.

Besonders vorteilhaft ist dabei auch die Zeitersparnis, denn ein solches HIIT-Workout dauert in der Regel nicht länger als 20 Minuten, verbrennt jedoch mindestens ebenso viele Kalorien wie ein langes Ausdauertraining in einem niedrigen Pulsbereich.

Von wissenschaftlicher Seite belegt ist zudem ein messbarer Nachbrenneffekt, der eine leicht erhöhte Stoffwechselrate in den Stunden nach dem Workout beschreibt, wodurch insgesamt abermals mehr Energie umgesetzt wird.

Ein HIIT-Workout kann auf jedem beliebigen Cardio-Gerät oder auch im Freien durchgeführt werden, sodass es sich äußerst flexibel in jeden Trainingsplan integrieren lässt. Am Beispiel des Radfahrens ergibt sich dabei der beispielhafte Be- und Entlastungszyklus aus jeweils einer Minute Höchstleistung und jeweils vier Minuten moderater Belastung.

Wie das Sixpack zum Vorschein kommt

Für das schlichte und vergleichsweise schnelle Abnehmen am Bauch reichen die bisherigen Maßnahmen bereits aus.

Wer jedoch darauf aus ist, sein Sixpack zum Vorschein zu bringen, sollte beachten, dass dieses nur dann markant zum Vorschein treten kann, wenn unter dem subkutanen Fettgewebe am Bauch auch tatsächlich ausreichend trainierte Muskulatur vorhanden ist.

Das Krafttraining avanciert damit zu einer Schlüsselkomponente, die das Gesamtpaket abrundet, aber nicht alleine zu einer lokalen Reduktion von Fettgewebe führt.

Auch wenn wir uns an dieser Stelle wiederholen, kann es gar nicht oft genug betont werden, dass das Absolvieren von unzähligen Sit-ups weder zu einem Fettabbau noch zur Ausbildung kräftiger Bauchmuskeln führt.

Warum insbesondere Letzteres der Fall ist, wird klar, wenn wir uns mit dem Gedankengang anfreunden, dass es sich auch im Fall der Bauchmuskulatur um herkömmliches Muskelgewebe handelt, das sich in seiner Muskelfaserzusammensetzung nur marginal von einem Bizeps oder einem Pectoralis Major unterscheidet.

Letztendlich muss die Bauchmuskulatur zwecks der Erzeugung eines überschwelligen Wachstumsreizes ebenso hart attackiert werden wie jeder andere Muskel auch.

Folglich sollte auch das Bauchmuskeltraining in einem Wiederholungsbereich von acht bis maximal zwölf Wiederholungen stattfinden, wobei die Anpassung der Intensität durch die Zuhilfenahme von Gewichten obligatorisch ist.

Sehr effektiv sind Übungen wie:

  • Hanging Leg Raises
  • Negativ Sit-ups
  • Bauchmaschinen mit variablen Zusatzgewichten

Fazit

Sofern du dich richtige Strategie verfolgst und dich nicht von Halbwahrheiten aus einschlägigen Medien blenden lässt, ist das Abnehmen am Bauch gar nicht mehr so komplex, wie es zu Beginn den Anschein hatte.

Wichtig ist nur, dass du die wenigen genannten Regeln auch tatsächlich dauerhaft befolgst und dich nicht gleich von kleinen Rückschlägen entmutigen lässt, denn nur so wirst du dein Ziel vom flachen und durchtrainierten Bauch auch wirklich erreichen. Vielleicht interessiert dich ja auch, wie du ohne Sport abnehmen kannst, dafür haben wir dir hier einmal die 5 besten Tipps zusammen gestellt.

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2 Kommentare zu Abnehmen am Bauch – Wie du deinem Bauchfett den Kampf ansagst

  1. Julia sagt:

    Oft sind Menschen einfach nur zu faul um überhaupt irgendwas für Ihren Körper zu tun. Obwohl wie schon beschrieben im Text es gar nicht mehr so komplex ist.

    Liebe grüße,
    Julia

  2. Gabriele Altenburg sagt:

    Radfahren, Sit ups und Frauenliegestütze

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