Verdauung anregen leicht gemacht

Wer kennt es nicht?

Gerade wenn das Essen mal wieder besonders gut geschmeckt hat und wir ordentlich zugelangt haben, plagt uns anschließend Völlegefühl und eine kneifende Hose.

Aber wie lässt sich dieses unangenehme Gefühl möglichst schnell wieder loswerden?

Und wie kannst Du dafür sorgen, dass Deine Verdauung auch auf lange Sicht und im Alltag regelmäßig bleibt?

Dieser Artikel zeigt Dir Techniken und Hausmittel, wie Du Deine Verdauung kurz- und langfristig effektiv anregen kannst und erklärt Dir, woher eine langsame Verdauung rühren kann.

In aller Kürze:

  • 1. Achte darauf, genügend Ballaststoffe zu Dir zu nehmen!
  • 2. Trinke Kaffee!
  • 3. Verwende Heilkräuter und Gewürze!
  • 4. Probiere es mit Milchprodukten!
  • 5. Setze auf Lebensmittel, die nicht schwer im Magen liegen!
  • 6. Wärme hilft: Nutze Tee, Wärmflasche und Entspannungsbad!
  • 7. Treibe Sport!
  • 8. Mache eine Bauchmassage!
  • 9. Vermeide Stress! Nimm Dir stattdessen bewusste Auszeiten.

Was bedeutet Verdauung fördern?

verdauung-anregen-bauch-schmerzen

Die aufgenommene Nahrung braucht beim Menschen in der Regel zwischen 24 und 192 Stunden (ca. 1 – 7 Tage), um den Verdauungstrakt vollständig zu durchlaufen.

Je zäher der Nahrungsbrei und je langsamer dieser Prozess vonstatten geht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung, Blähungen, Magenschmerzen oder Bauchschmerzen entstehen.

Maßnahmen, die die Verdauung, also die Darm-Aktivität, fördern, sollen darum in erster Linie dabei helfen, eine verlängerte Verdauungszeit zu verkürzen.

Doch Vorsicht! Blähungen, Magen- und Bauchschmerzen können auch andere Ursachen haben.

Nicht geeignet sind diese Tipps z.B., wenn Du unter Durchfall oder durch Durchfall verursachten Blähungen leidest.

Die Ratschläge in diesem Artikel sind dafür gedacht, die Verdauung zu beschleunigen und den Stuhlgang anzuregen. Falls die Ursache Deiner Beschwerden keine träge Verdauung ist, könnten diese Tipps Dein Leiden sogar noch intensivieren.

Für einen gesunden Magen und Darm haben wir Dir auf folgenden Seiten die besten Tipps und Tricks  zur Verfügung gestellt:

  1. Die besten Lebensmittel als Verdauungsanreger auf einen Blick
  2. Hilft Alkohol bei der Verdauung?
  3. Mit Massagen die Verdauung fördern

Unsere Top 9 Hausmittel, die Deine Verdauung anregen

Seit Jahrtausenden wissen die Menschen, dass es Wege und Möglichkeiten gibt, mithilfe von verdauungsfördernden Lebensmitteln Abhilfe bei Blähbauch, Verstopfung und Bauchschmerzen zu schaffen.

Nachstehend erläutern wir Dir die bewährtesten Haustipps gegen Verdauungsstörungen, die durch eine langsame Verdauung entstehen, und erklären Dir, was schnell und effektiv gegen Verstopfung hilft.

Tipp 1: Achte darauf, genügend Ballaststoffe zu Dir zu nehmen!

Ballaststoffe kommen in pflanzlichen Lebensmitteln vor und unterstützen die Darmbewegung!

Es handelt sich dabei um Nahrungsbestandteile aus Pflanzen. Sie sind in Form von Fasern, z.B. aus den Schalen von Obst, Gemüse und in Getreide enthalten.

Ballaststoffe sind unverdaulich, d.h. sie kommen im Darm an, ohne vorher zersetzt zu werden und erhöhen so das Volumen des Stuhls. Die Masse drückt gegen die Darmwände und der Verdauungstrakt erhält das Signal, möglichst schnell weiterzuarbeiten.

Es wird zwischen löslichen und unlöslichen Ballaststoffen unterschieden. Lösliche Ballaststoffe sind vor allem in Obst und Gemüse zu finden, unlösliche in Getreide und Hülsenfrüchten.

Lösliche Ballaststoffe haben im Körper die Eigenheit, Wasser zu binden und aufzuquellen. Das Volumen von Speisebrei und Stuhl im Verdauungssystem wird so noch weiter erhöht und der Stuhl wird weicher.

Dadurch werden Magen- und Darmwände gedehnt und das Gehirn erhält das Signal, dass der Körper satt ist, aber auch, dass die Verdauung aktiv vorangetrieben werden soll.

Ballaststoffe schützen außerdem erwiesenermaßen vor einer Reihe von chronischen Krankheiten, darunter Adipositas und Bluthochdruck.

Darüber hinaus senken sie das Risiko für Fettstoffwechselstörungen und beeinflussen laut DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.) den Kohlenhydratstoffwechsel, indem sie den Blutzuckerspiegel langfristig stabilisieren. Das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, wird so maßgeblich gesenkt.

Mindestens 30 g Ballaststoffe pro Tag werden von der DGE für eine geregelte Verdauung empfohlen.

Durchschnittlich liegt der Verbrauch der Deutschen jedoch 5 – 7 g unter diesem Richtwert. Grund dafür ist eine Ernährungsweise, die zu sehr auf Weißmehlprodukten und tierischen Lebensmitteln basiert.

Gute Quellen für Ballaststoffe sind z.B.:

1. Fast alle Sorten von Obst und Gemüse, insbesondere:

  • Hülsenfrüchte, also Erbsen und Bohnen
  • Kohl (Blumenkohl, Brokkoli, Grünkohl etc.)
  • ungeschältes Obst (z.B. Äpfel, Birnen, Beeren)
  • Steinobst, v.a. getrocknet (z.B. Datteln, Feigen, Pflaumen)

2. Vollkornprodukte, z.B. Dinkel, Gerste, Hafer, Roggen und das jeweilige Vollkornmehl daraus. Es eignen sich so besonders gut auch Vollkornbrot oder -nudeln.

3. Nüsse und Samen
Nüsse und Samen können einen sehr hohen Ballaststoff-Anteil haben. Je nach Art kann sich dieser aber stark unterscheiden. Der Vergleich lohnt sich. Hier eine beispielhafte Übersicht des Ballaststoffgehalts (jeweils pro 100 g):

Cashewnüsse (3,56 g)
Haselnüsse (8,28 g)
Mandeln (15,05 g)
Kokosnussraspeln (20,20 g)
Mohn (20,30 g)
Leinsamen (27,57 g)
Tipp von Philipp Doetsch, Redakteur bei meinStoffwechsel.com:
„Ballaststoffe sind mein persönlicher Abnehm-Tipp Nummer 1: Dadurch, dass sie das Volumen des Speisebreis vergrößern, sättigen sie außerordentlich gut. Die Nahrung dehnt die Magenwände und der Körper sendet dem Gehirn das Signal, dass er satt ist.“

Tipp 2: Trinke Kaffee

Nicht nur der Stoffwechsel lässt sich potenziell mit Kaffee anregen, sondern auch die Verdauung!

Schon lange sind koffeinhaltige Getränke als Verdauungshilfe bekannt.

Grund für seine Wirkung ist das Hormon Gastrin, dass durch das Koffein angeregt wird. Gastrin wird für gewöhnlich ausgeschüttet, wenn Nahrung den Magen erreicht und die Magenwände gedehnt werden. Durch Kaffee wird dieses Hormon ausgeschüttet, ohne dass Du etwas essen musst!

Es regt die Magensäureproduktion an, die den den Speisebrei zersetzt, bevor er an den Darm weitergegeben werden kann.

Auch löst das Gastrin Muskelkontraktionen der Magenwände aus, die den Nahrungsbrei im Körper weiterbefördern.

Tipp 3: Verwende Heilkräuter und Gewürze!

Heilkräuter Verdauung anregen Hausmittelewürze werden hier verwendet.

Tatsächlich regen nahezu alle Gewürze den Speichelfluss, die Magensäuren- und Gallenproduktion an und bereiten den Körper damit auf die Verdauung vor. Es lohnt sich also, das Salz einmal mehr zugunsten anderer Gewürze stehen zu lassen.

Nicht nur verdauungsfördernd, sondern auch krampflösend sind z.B.

  • Anis
  • Kümmel
  • Fenchel

Diese drei gehören zur selben Pflanzenfamilie.

Sie können sowohl vorbeugend als auch lindernd wirken.

Grund für ihre verdauungsfördernde Wirkung sind die ätherischen Öle sowie vor allem auch die darin enthaltenen Bitterstoffe, die die Magensäureproduktion anregen-

Gerade bei Beschwerden wie Appetitlosigkeit helfen sie, den Appetit wieder zu regulieren.

Besonders sanft helfen z.B. Rosmarin, Kamille und Pfefferminze gegen Verdauungsbeschwerden.

Darüber hinaus wirken die drei beruhigend und krampflösend, was sich auch auf Völlegefühl und Bauchschmerzen positiv auswirkt.

Sie wirken gerade wegen ihrer entspannenden Wirkung blähungstreibend, was zwar bedeutet, dass sie unmittelbar die Blähungen verstärken können, der aufgeblähte Bauch und die Krämpfe im Unterbauch daraufhin jedoch verschwinden können und die Verdauung vorangetrieben wird.

Gerade auch Pfefferminz-Kapseln werden wegen ihrer Wirkung oftmals als Mittel gegen Blähungen gegen das Reizdarm-Syndrom eingesetzt.

Durch Gallenbeschwerden ausgelöste Verdauungsprobleme

Ein verminderter Gallenfluss kann zu Beschwerden wie Oberbauchschmerzen, Völlegefühl und Übelkeit führen.

Kurkuma, Ingwer und Knoblauch haben nicht nur eine ähnliche Wirkung wie die oben beschriebenen Kräuter, sie regen darüber hinaus aber auch besonders stark die Gallensaft-Produktion an.

Grund dafür ist, dass die Fettverdauung nicht ordnungsgemäß funktioniert.

Besonders fettreiche Speisen verursachen für Menschen mit einer verminderten Gallenproduktion deshalb Probleme.

Falls Du den Verdacht hast, dass Du betroffen bist, macht es Sinn, Deine Symptome mit einem Arzt abzuklären!

Treten Deine Symptome jedoch nur leicht und gelegentlich nach dem Verzehr sehr fettiger Speisen auf, bietet es sich an, die beschriebenen Hausmittel auszuprobieren. Sie lassen sich praktischerweise besonders gut mit fettigen und deftigen Speisen kombinieren, sodass du präventiv die Gallensäure-Produktion antreiben kannst.

Bewährt hat sich hier besonders auch Artischockensaft. Die Flavonoide, also der Stoff, der den Pflanzen seine jeweilige Farbe gibt, regt die Gallenblase an. Die Bitterstoffe regen derweil die Magensäureproduktion an.

Tipp: Wenn Du davor zurückschreckst, den Saft pur zu Dir zu nehmen, kannst Du alternativ in der Apotheke oder im Drogeriemarkt auch Artischocken-Kapseln kaufen!

Tipp 4: Probiere es mit Milchprodukten!

Die verdauungsfördernde Wirkung von Joghurt, Kefir und Co. ist in vielen Kulturen bekannt. Gerade Ayran und Lassi gelten wegen ihrer Bakterienkulturen als gesund und stärkend für die Darmflora, man sagt ihnen aber auch einen verdauungsregulierenden Effekt nach.

Nichtsdestotrotz wird die Notwendigkeit und der gesundheitliche Nutzen von Milchprodukten in den letzten Jahren immer wieder kontrovers diskutiert.

Wenn Du in der Vergangenheit Probleme mit Milchprodukten hattest oder an einer Laktoseintoleranz leidest, solltest Du Dich womöglich an einen unserer anderen Tipps halten.

Aber auch auf Menschen, die Laktose vertragen, hat der Milchzucker eine leicht abführende Wirkung. Nicht ohne Grund gilt Laktose als bestes Abführmittel unter den Hausmitteln und ist in jedem Drogeriemarkt erhältlich.

Der ein oder andere Joghurt oder etwas Laktosepulver kann auf eine stillstehende Verdauung also einen positiven Effekt haben!

Tipp 5: Setze auf Lebensmittel, die nicht schwer im Magen liegen!

Wie bereits beschrieben entstehen Verdauungsprobleme vor allem dann, wenn der Verdauungsprozess zu lange dauert.

Das hat auch etwas mit der Art der aufgenommenen Speisen zu tun, denn nicht alle Lebensmittel brauchen gleich lange, um verdaut zu werden.

Die folgende Tabelle zeigt anschaulich, wie lange einzelne Nahrungsmittel in etwa brauchen, um alleine den Magen zu passieren.

1 – 2 Stunden 2 – 4 Stunden 4 – 5 Stunden
  • Säfte (15 – 20 min)
  • Blattgemüse (20 – 30 min.)
  • Obst (30 – 40 min.)
  • Fisch (30 – 60 min.)
  • Ei (45 min.)
  • stärkereiches Gemüse (1 Std.)
  • Getreide und Hülsenfrüchte (1 ½ Std.)
  • fettarme Milchprodukte (1 ½ Std.)
  • Geflügelfleisch (1 ½ – 2 ½ Std.)
  • Vollmilch-Hüttenkäse (2 Std.)
  • Nüsse (2 ½ – 3 Stunden)
  • Lamm, Rind (3 – 4 Stunden)
  • Hartkäse (4 – 5 Std.)
  • Schwein (4-5 Stunden)

Wer also verhindern möchte, dass er seine Verdauung zu sehr ausgebremst wird, sollte auf leicht verdauliche Speisen in der linken Hälfte der Tabelle setzen.

Schwer Verdauliches, wie z.B. Hartkäse und fettiges Schweinefleisch, könnten bestehende Verdauungsprobleme hingegen noch verschlimmern.

Tipp 6: Lass Dir Zeit beim Essen!

Unsere Verdauung beginnt bereits im Mund. Schon dort beginnen Enzyme damit, die aufgenommene Nahrung aufzuspalten.

Zu grobe Nahrung kann den Verdauungsapparat überfordern und Auslöser von Verdauungsproblemen sein.

Deshalb ist auch gutes Kauen wichtig – etwa 20 – 30 Mal pro Bissen werden empfohlen. Dadurch wird die Nahrung ausreichend für den weiteren Verdauungsprozess aufbereitet.

Die Verdauung ist außerdem ein sehr komplexer Vorgang, der den Körper viel Energie kostet. Wird die Nahrung zu hastig heruntergeschluckt und dem Körper keine Zeit gegeben, sich darauf vorzubereiten, kann dies zu Verstopfung, Blähungen, Magen- und Bauchschmerzen führen.

Tipp 6: Wärme hilft: Nutze Tee, Wärmflasche und Entspannungsbad!

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Manchmal lautet die Antwort auf die Frage ‘Was kann ich gegen Blähungen und bei Verstopfung tun?’ schlichtweg:

Abwarten und Tee trinken.

Denn auch so simple Mittel wie eine warme Tasse Tee oder ein ausgiebiges Entspannungsbad können bereits die Verdauung fördern.

Der Grund dafür ist, dass eine verlangsamte Verdauung und andere Verdauungsbeschwerden oftmals durch Stress und innere Anspannung entstehen.


Mit Kräutertee Verdauung anregen

Wärme kann helfen, den Körper und so auch das Verdauungssystem zu entkrampfen und damit den Verdauungsprozess für den Körper zu vereinfachen!

Tee ist dabei ein besonders gern genutztes Mittel, denn er erlaubt es, den entspannenden Effekt der Wärme mit der oben beschriebenen Heilwirkung von Kräutern zu kombinieren.

Doch auch Wärmflaschen, ein warmes Bad oder ein Saunabesuch haben einen entspannende Wirkung auf den Körper und sorgen so dafür, dass Blähbauch und Bauchschmerzen durch einen verkrampften Verdauungsapparat gelöst werden.


Entspannungsbad Verdauung anregen

An dieser Stelle bietet es sich an, Dich selbst zu fragen, was die Ursache für Deine verlangsamte Verdauung ist und warum du sie anregen möchtest.

Ist Stress und ein hektischer Lebensstil ein möglicher Grund? Falls ja sollten Wärme und Entspannung als Mittel zur Anregung der Verdauung für Dich an erster Stelle stehen!

Tipp 7: Treibe Sport!

Kraft- und Ausdauersport, aber auch moderate Bewegung, wie z.B. bei einem langen Spaziergang, bringen die Durchblutung in Schwung.

Nach einer Mahlzeit kann die Durchblutung des Darms bis auf das Doppelte des Ruhewerts ansteigen, d.h. zur Verdauung muss der Körper die Magen-Darm-Region ausreichend durchbluten und mit Sauerstoff versorgen.

Bei Stress jedoch kann der Normalwert im Darm um 80 % sinken.

Der menschheitsgeschichtliche Grund dafür ist, dass unser Körper in Gefahrensituationen, z.B. auf der Jagd oder wenn wir von einem wilden Tier gejagt werden, und Schnelligkeit und Muskelkraft womöglich sogar überlebenswichtig sind, keine Energie in die weniger wichtigen Funktionen steckt. Dazu gehört auch die Verdauungsfunktion.

Mit anderen Worten: Wenn wir gestresst sind, schaltet der Körper die Durchblutung herunter und der Darm kann nicht mehr ausreichend arbeiten.

Bedauerlicherweise kann unser Körper auch heute nicht immer zwischen tatsächlichen Gefahrensituationen und dem heute viel weiter verbreiteten geistig-emotionalen Stress durch Arbeit, Beziehungsprobleme o.ä. unterscheiden.

Natürlich sendet der Körper auch während einer Sporteinheit zunächst Stresssignale an das Gehirn. Dies verändert sich aber in der anschließenden Ruhephase.

Nach dem Sport ist der Körper ausgezeichnet durchblutet, aber steht nicht mehr unter Stress. Es fällt ihm deshalb jetzt am leichtesten, Nahrung zu verwerten und abzutransportieren.

Tipp von Philipp Doetsch, Redakteur bei meinStoffwechsel.com:
„Gerade Laufen hat den Ruf, dass es nicht nur den Kreislauf, sondern auch die Darmbewegung anregt. Eine Runde Joggen oder strammes Spazierengehen kann so Wunder gegen Verstopfung tun!“

Tipp 8: Mache eine Bauchmassage!

Bauchmassagen regen die Magen-Darm-Region dazu an, ihre gewohnte Arbeit zu beschleunigen und lösen stressbedingte Verkrampfungen.

Sie sind ein besonders effektives Mittel gegen eine langsame Verdauung, denn Du brauchst dazu nichts als Deine Hände und etwas Zeit.

Hier die Vorteile der Bauchmassage im Überblick:

  • sie regt die Darmbewegung an und fördert so den Weitertransport von Nahrung
  • sie verbessert die Durchblutung in der Magen-Darm-Region
  • sie entspannt die Muskeln und hilft so bei Blähungen und Bauchschmerzen
  • sie hilft dem Körper dabei, Schlacken abzutransportieren
  • sie hilft außerdem dabei, Stress abzubauen

Die einfachste Variante der Bauchmassage funktioniert folgendermaßen:

  1. Lege dich auf eine Liege oder Yogamatte und winkel die Knie entspannt an. Durch die angewinkelten Knie entspannen sich Deine Bauchmuskeln.
  2. Wichtig ist, dass du bequem liegst! Wenn Du magst, kannst Du auch ein Kissen unter Deine Knie legen.
  3. Streiche nun sanft mit der rechten Hand vom Magen aus in Richtung des Nabels.
  4. Wiederhole dies mit der linken Hand.
  5. Nach einer Weile kannst du mit einer oder mit beiden Händen in eine kreisende Bewegung übergehen.
  6. Dabei solltest Du im Uhrzeigersinn massieren!
  7. Achte auf eine ruhige und gleichmäßige Atmung.

Mehr zum Thema Bauchmassage kannst auch auch hier nachlesen.

Tipp 9: Vermeide Stress! Nimm Dir stattdessen bewusste Auszeiten.

Meditieren entspannung verdauung anregen

Wie Du Tipp 6 bis 8 vermutlich schon entnommen hast, kann Stress einen maßgeblichen Einfluss auf Deine Verdauung haben.

Gerade wenn Du regelmäßig unter einer langsamen Verdauung leidest, könnte die Ursache in einer hektischen Lebensweise und zu viel Stress liegen.

Versuche deshalb Ruhepausen in Deinen Alltag einzubauen. Plane zum Beispiel vor dem Schlafengehen jeweils eine Stunde ein, die Du ausschließlich nutzt, um Dir selbst etwas Gutes zu tun.

Dabei handelt es sich vor allem um eine präventive Maßnahme gegen zukünftige Verdauungsbeschwerden.

Du könntest beispielsweise:

  • ein entspannendes Bad nehmen
  • meditieren (Qi-Gong, Tai Chi, Yoga oder Autogenes Training eignen sich gut)
  • ein Instrument spielen oder Musik hören
  • mal wieder ein gutes Buch lesen
  • eine Gesichtsmaske auftragen
  • Sonnenbaden (sofern Wetter und Tageszeit sich eigenen)

Ab wann brauchst Du Medikamente, um Deine Verdauung anzuregen?

Bei einer gelegentlich trägen Verdauung sind die oben beschriebenen Hausmittel meist sehr wirksam, sodass zusätzliche Verabreichung von Medikamenten in der Regel nicht vonnöten ist.

Zusätzlich sind aktuell eine Reihe von rezeptfreien Abführmitteln in der Apotheke erhältlich, zum Beispiel:


Abführmittel Verdauung anregen

Treten jedoch starke Schmerzen und Darmkrämpfe, Blutabgang oder eine anhaltende Appetitlosigkeit auf, solltest Du umgehend einen Arzt aufsuchen. Dieser wird Dir unter Umständen rezeptpflichtige Medikamente verschreiben, die besonders schnell und gezielt Dein Leiden lindern werden.

In einem solchen Falle solltest Du Dich auf jeden Fall an den Ratschlag Deines Arztes halten!

Die Verdauung ist jedoch ein sehr empfindlicher Apparat und die Wahrscheinlichkeit, dass Du mit selbst verordneten Medikamenten in Deinem Verdauungssystem mehr Schaden anrichtest als Du Gutes tust, ist hoch.

So ist die Wirkung von Laxativa auf die Darmflora nicht genau abzuschätzen und der regelmäßige Konsum verlangsamt die Verdauung langfristig. Es besteht die Gefahr des Teufelskreises einer Abführmittel-Abhängigkeit.

Unsere Empfehlung lautet daher:

Halte Dich an natürliche Methoden, um Deine Verdauung anzuregen, sofern nicht anders von Deinem Arzt verordnet!

Fazit: Das sind die besten Hausmittel gegen Verstopfung und Darmträgheit

Wer nur gelegentlich unter einer trägen Verdauung leidet, sollte in jedem Falle zunächst auf die altbewährten Hausmittel zurückgreifen und erst bei starken Beschwerden und nach einem Gespräch mit dem Arzt auf Medikamente setzen.

Eine ballaststoffreiche Ernährung ist das möglicherweise effektivste Mittel, denn sie kann nicht nur akute Linderung verschaffen, sondern auch präventiv helfen.

Kaffee und Milchprodukte bzw. Milchzucker sind ebenfalls zuverlässige und vor allem schnelle Mittel, um die Verdauung in Schwung zu bringen.

Nicht nur für Menschen mit gelegentlichen Beschwerden, sondern auch für Reizdarm-Patienten mit chronischem Leiden, bietet es sich an, den Speisen gezielt Kräuter und Gewürze beizufügen, um dem Körper den Verdauungsprozess zu erleichtern.

Sport wird Dir helfen, die Durchblutung Deines Magen-und-Darm-Trakts sowie die Darmbewegung anzuregen. Beides sind Faktoren, die eine geregelte Verdauung effektiv unterstützen.

Um zukünftige Beschwerden zu vermeiden sind vor allem zwei Dinge entscheidend: Entspannung und das Vermeiden von Stress!

Bauchmassagen, Wärme und gezielte Auszeiten im Alltag können Dir dabei helfen, aktiv zu entspannen und Deinem Körper die Zeit zu gebene, die aufgenommene Nahrung zu verarbeiten.

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Verdauung anregen leicht gemacht
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2 Responses to Verdauung anregen leicht gemacht

  1. Tine sagt:

    Hallo zusammen,
    ich achte sehr genau auf meine Ernährung und esse überwiegend vegetarisch. Ab und zu esse ich auch gerne Fisch, sehe das alles nicht so dogmatisch ;). Trinke am Tag auch ordentlich viel Wasser und will im Grunde meine Darmgesundheit in Schuss halten. Für meine tägliche Darmentleerung bin ich auf die Idee gekommen, einen Toilettenhocker (Hoca) zu nutzen. Durch den Hocker sitze ich im ärztlich angeratenen 35 Grad Winkel und die Darmentleerung wird durch die Sitzposition optimal beschleunigt, der Darm ist einfach nicht eingeknickt.

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