Spirulina – Ein alternativer Nährstofflieferant

Wissenschaftlicher Name: Arthrospira

spirulina bakterium

Volkstümlicher Name

  • Spirulina
  • Blaualge

Anwendungsgebiete

 

  • Immunstärkung
  • Allergiebehandlung
  • pflanzliche Nährstoffquelle

Wichtigste Inhaltsstoffe

  • Proteine
  • Vitamine
  • Mineralien

Im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel ist Spirulina (Arthrospira) seit längerer Zeit äußerst beliebt. Der vermeintlichen „Alge“ werden eine Reihe gesundheitsfördernder Eigenschaften zugeschrieben, die man vor allem auf ihren hohen Nährstoffgehalt zurückführt.

Spirulina zählt darum inzwischen zum sogenannten Superfood und wird, wie die meisten Heilpflanzen, so auch Galgant und Propolis, von zahlreichen Herstellern als Pulver, Tabletten oder Kapseln angeboten.


Die tatsächlichen Inhaltsstoffe der Spirulina, wie auch zu deren Heilwirkung, sind dabei immer wieder Anlass für hitzige Diskussionen.

Weshalb das so ist und welche Heilwirkung wirklich in Spirulina steckt, erfährst Du hier.

Spirulina – Die Alge, die gar keine ist…

spirulina als pulver
Auch wenn Spirulina gerne als Blaualge, Mikroalge oder gar „Mutter aller Algen“ bezeichnet und so mit echten Algen gleichgesetzt wird, ist Arthrospira eigentlich ein fadenähnliches Bakterium aus der Klasse der Cyanobakterien (Cyanobacteria).

Die Bakterien stehen eine Stufe vor den Algen, da sie im Gegensatz zu diesen keinen Zellkern besitzen. Der weit verbreitete Irrglaube, Spirulina sei eine Algenart, hat jedoch seine Gründe:

  • Cyanobakterien und Algen wie die ebenfalls als Superfood gehandelte Chlorella leben beide im Wasser.
  • Sie werden folglich auch auf ähnliche Weise in großen Wasserbecken kultiviert, wo sowohl Algen als auch Cyanobakterien durch ihre Kolonien vermeintliche „Pflanzenteppiche“ im Wasser ausbilden.
  • Darüber hinaus wurden Cyanobakterien früher oft als Blaualgen bezeichnet, weil ihre bakterieneigenen Farbstoffe Chlorophyll (grüner Farbstoff) und Phycocyanin (blauer Farbstoff) den Kleinstlebewesen einen bläulichen Schimmer verleihen.
  • Man hielt sie darum für eine besondere Algenart mit blau-grüner Färbung.

Eine weitere Gemeinsamkeit zwischen Algen und Cyanobakterien ist, dass sie seit Milliarden von Jahren eine beachtliche Überlebens- und Anpassungsfähigkeit beweisen. Im Falle der Cyanobakterien sind dies stolze 2,5 Milliarden Jahre.

Mehr noch, Cyanobakterien wie Spirulina sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass sich im Laufe der Jahrmillionen höhere Lebewesen auf der Erde entwickeln konnten:

  • Ähnlich wie Pflanzen betreiben Cyanobakterien Photosynthese. Sie wandeln also Kohlendoxid (CO²) und Licht in für sie verwertbare Energie um. Das Nebenprodukt dieser Photosynthese ist bekanntlich Sauerstoff (O²).
  • Durch ihre hohe Vermehrungsrate sorgten Spirulina und Co. über Millionen Jahre hinweg für einen steigenden Sauerstoffgehalt im Wasser sowie in der Atomsphäre der Erde.
  • Sie schufen damit die Grundlage für die Entwicklung von Lebewesen, die nur bei ausreichender Sauerstoffversorgung überleben können, darunter Reptilien und Säugetiere.
  • Wir haben den Cyanobakterien also in gewisser Weise unsere Existenz zu verdanken.

Was uns in grauer Vorzeit das Leben schenkte, kann uns auch heute noch etwas Gutes tun. Denn das Cyanobakterium enthält erstaunlich viele Nährstoffe, die sich stärkend auf

auswirken. Zu diesem Zweck baut man besonders nährstoffreiche Arten wie Spirulina platensis heutzutage in großen Aquakulturen an. Ein bestmögliches Wachstum erfordert dabei eine Wassertemperatur von 37 °C, ausreichend Licht sowie ein reichhaltiges Vorkommen an Kohlendioxid im Wasser.

Zur Ernte der Spirulina als Nahrungsergänzungsmittel wird anschließend das gesamte Wasser gefiltert oder durch eine Durchlaufzentrifuge geleitet. Am Ende des Verfahrens steht dann die Pulverisierung der gewonnenen Bakterien und, gegebenenfalls, die Weiterverarbeitung des Pulvers zu Presslingen (Tabletten) oder Kapseln.

Inhaltsstoffe der Spirulina – Mythos und Wahrheit

Sowohl die fälschliche Bezeichnung der Spirulina als „Alge“, die selbst von manchen Präparatherstellern noch verwendet wird, als auch einige Ungereimtheiten in den Herstelleraussagen zum tatsächlichen Nährstoffgehalt von Spirulina-Präparaten sorgen immer wieder für Zweifel und Kritik.

Grund genug, um die wichtigsten Aussagen und Fragen zu Inhaltsstoffen der Spirulina einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Spirulina ist (k)ein pflanzlicher Vitamin-B12-Lieferant

Besonders beliebt ist Spirulina in der fleischfreien Ernährung, weil es zahlreiche Nährstoffe enthalten soll, die man sonst nur in tierischen Lebensmitteln findet. Insbesondere Vitamin B12, ein Vitalstoff, der vom Körper nicht selbst hergestellt werden kann, jedoch essenziell für

  • Blutbildung
  • Knochen- und Gelenkfestigkeit,
  • Nervenfunktionen
  • und Zellerneuerung

ist, soll in Spirulina sehr reichhaltig vorkommen. Das Bakterium wird darum ähnlich wie die Chlorella-Alge als seltene „pflanzliche“ Alternative zu tierischen Vitamin-B12-Lieferanten gefeiert.

  • Es stimmt, dass Chlorella und Spirulina Vitamin-B12-Komponenten enthalten. Anders als bei Chlorella kommen diese in Spirulina aber hauptsächlich in einer für den menschlichen Körper unverwertbaren Form vor.
  • Etwa 80 % der genannten Vitaminkomponenten lassen sich als unbrauchbare Vitamin-B12-Analoge beschreiben. Für den Menschen verwertbar sind demnach nur 20 % des in Spirulina enthaltenen Vitamins, und dieser deckt selbst in konzentrierten Präparaten nicht einmal annähernd unseren täglichen Bedarf.
  • Der Gehalt an anderen Vitaminen in Spirulina ist mit wenigen Micro- bis Milligramm pro Kilogramm ebenfalls schwindend gering.
  • Auch wenn Chlorella und Spirulina pflanzentypische Photosynthese betreiben, sind sie keine Pflanzen, sondern Kleinstlebewesen. Sie lassen sich deshalb nicht als pflanzliche Vitamin-Lieferanten definieren.

Spirulina ist (k)ein Proteinersatz


Auch Proteine gelten als in pflanzlichen Lebensmitteln rar gesäte Nährstoffe. Abermals soll das „Nahrungsergänzungsmittel“ Spirulina hier Abhilfe schaffen, weil es mit bis zu 65 % besonders Eiweißreich ist.

Wichtig sind Proteine für den Körper unbestritten. Als komplexe Verbindungen aus wichtigen Aminosäuren steuern sie unter anderem

  • Immunabwehr,
  • Muskel- und Nervenfunktionen,
  • Organfunktionen
  • und Stoffwechsel.

Jedoch sollte man zwischen eiweißreichen Lebensmitteln und proteinreichen Nahrungsergänzungsmitteln unterscheiden. Mit Blick auf den Eiweißgehalt von Lebensmitteln schwimmt Spirulina tatsächlich ganz vorne mit.

Als Nahrungsergänzung zur ausschließlichen Deckung des täglichen Eiweißbedarfs ist Spirulina hingegen nicht geeignet. Man müsste hier schon sehr viele Presslinge des Cyanobakteriums schlucken, um den Tagesbedarf an Proteinen zu decken, was zu einer einseitigen Ernährung und damit zu einem Nährstoffmangel an anderer Stelle führen könnte.

Es ist besser, Spirulina mit anderen gesunden Lebensmitteln zu kombinieren, wie es für eine ausgewogene Ernährung üblich ist.

Besitzt Spirulina eine Heilwirkung oder nicht?

Es gibt ein paar wichtige Inhaltsstoffe, die tatsächlich sehr üppig in Spirulina vorkommen. Hierzu zählen:

  • Aminosäuren (ca. 50 %) – erneuern Zellen, regeln den Hormonhaushalt und stärken das Immun- sowie das Herz-Kreislauf-System
  • Omega-3-Fettsäuren (ca. 12 bis 20 %) – wirken entzündungshemmend, stoffwechselanregend und, insbesondere auf die Haut, zellverjüngend
  • Mineralstoffe (ca. 5,47 %) – stärken Muskel- und Nervenzellen, festigen Knochen und Zähne, helfen bei der Blutbildung und beleben den Stoffwechsel

Der besondere Nährstoffmix beschert Spirulina tatsächlich ein gesundheitsfördernder Aspekt. Dieser wurde in Teilen auch schon untersucht, wobei sich bislang vor allem das

  • antiallergische,
  • antivirale,
  • antimikrobielle,
  • cholesterinsenkende
  • entzündungs- und krebshemmende

Potential der Spirulina aufdecken ließ. Die positiven Eigenschaften ergeben sich aus der besonderen Kombinationswirkung verschiedener Inhaltsstoffe, welche gezielt auf

  • Blutbildung
  • Immunsystem
  • und Zellen

einwirken. Trotz so mancher Halbwahrheit, die über Spirulina kursiert, lässt sich an deren gesunden Auswirkungen auf den Körper also nicht rütteln.

Wissenswertes: Ein besonders interessanter Mineralstoff der Spirulina, den man ansonsten kaum unter den Inhaltsstoffen von Lebensmitteln findet, ist Germanium. Das Mineral genießt den Ruf, hocheffizient gegen Krebs-, Gelenk- und Geisteskrankheiten zu wirken.
Wirksame Inhaltsstoffe der Spirulina
Proteine
  • unterstützen die Immunabwehr
  • verbessern Muskel-, Nerven- und Organfunktionen
  • regulieren den Stoffwechsel
Mineralstoffe
Eisen, Germanium, Kalium,
Kalzium, Kupfer, Magnesium,
Natrium, Phosphor, Selen, Zink
  • stärken Muskeln, Nerven, Knochen und Zähne
  • unterstützen Stoffwechsel und Blutbildung
Omega-3-Fettsäuren
Linolensäure
Aminosäuren
  • erneuern Zellen
  • stärken Immun- und Herz-Kreislauf-Syste,
  • wirken hormonregulierend

Anwendung von Spirulina – Tabletten, Spirulina-Pulver und Presslinge

Auch wenn Spirulina-Präparate, wie auch Astaxanthin oder Ashwagandha Präparate, häufig als Nahrungsergänzungsmittel verwendet werden, so spricht doch vieles dafür, das Cyanobakterium eher als Lebensmittel zu begreifen.


Kombiniert mit anderen gesunden Nahrungsmitteln, erfüllt es seine Aufgabe als Nährstofflieferant nämlich wesentlich besser und kann zudem vielseitigere Anwendung finden.

Spirulina-Pulver ist ein Multitalent in der Küche

spirulina anwendung
Die wohl beste Nutzung des Bakteriums ist die in Pulverform. Aus dem Spirulina-Pulver lassen sich nämlich unzählige leckere Sachen zaubern, zum Beispiel

  • Smoothies,
  • Säfte,
  • Milchgetränke,
  • Joghurt,
  • Suppen,
  • Brotaufstriche,
  • Panaden
  • und sogar Beilagen wie Kartoffelpuffer.

Unser Tipp:

  • behandle Spirulina-Pulver wie eine Kochzutat
  • mische es bevorzugt mit vitaminreichem Obst oder Gemüse
  • probiere auch unkonventionelle Rezepte aus
  • mache Spirulina zu einem Bestandteil deiner täglichen Ernährung

Spirulina-Presslinge und Kapseln sollten Ausnahme bleiben

Sofern Du einmal einen

  • konkreten Nährstoffmangel hast (z.B. an Mineralien),
  • Immunsystem und Hautzellen einmalig stärken willst, oder
  • eine besondere Allergie hast, bei der dir Spirulina helfen kann,

kommen vorübergehend auch Tabletten in Form von Presslingen, beziehungsweise Kapseln aus Spirulina-Pulver in Frage.

Dosierung:

  • max. 9 – 12 Tabletten täglich bei Erwachsenen
  • max. 4 – 6 Tabletten täglich bei Kindern
  • max. 3 – 4 Kapseln täglich bei Erwachsenen
  • max. 1 – 2 Kapseln täglich bei Kindern

Wichtig:

Die Präparate sollten etwa ½ Stunde vor dem Essen und mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden

Neben- und Wechselwirkungen bei Spirulina:

Da Spirulina den Stoffwechsel und somit auch die Verdauung und Entgiftung des Körpers anregt, können im Zuge des Abbaus von Körpergiften vorübergehend Beschwerden wie Durchfall oder Blähungen auftreten.

Bei Gicht oder Arthritis sorgt Spirulina durch den erhöhten Stoffwechselumsatz kurzfristig für einen erhöhten Ausfall von Säurekristallen, die während ihrem Abtransport leichtes Schmerzaufkommen begünstigen.

Nicht eingenommen werden sollte Spirulina bei einer Medikation mit blutverdünnenden Medikamenten. Dies könnte zu einer erhöhten Blutungsneigung führen.

Erfahrungen mit Spirulina – WHO lobt Gesundheitspotential

 

Wirkung positive Erfahrungen?
immunstärkende Wirkung ja
stoffwechselanregender Effekt ja
zellschützende Eigenschaftent ja

Sowohl die Weltgesundheitsorganisation als auch die Vereinten Nationen sehen in Spirulina ein großes Potential für die moderne Ernährung. Abgesehen vom oftmals übertrieben dargestellten Vitamingehalt des Cyanobakteriums kann es nämlich tatsächlich ein wertvoller Nährstofflieferant sein, vor allem für Regionen der Welt, in denen nährstoffreiche Lebensmittel Mangelware sind.

Auch als immunstärkendes Antiallergikum kann Spirulina laut aktuellen Forschungsergebnissen zur Gesundheit beitragen. So fand man zum Beispiel heraus, dass das Bakterium erfolgreich die Ausschüttung des Allergiehormons Histamin hemmt, wodurch sich allergische Reaktionen zuverlässig reduzieren lassen.

Weitere Studien zur Wirkung von Spirulina auf das Immunsystem deckten unter anderem eine antivirale Wirkung von Spirulina auf.

Einen Hinweis auf die Wirkung von Spirulina als Stoffwechselstimulanzium lieferte eine polnische Studie. Hier wurde in einer placebokontrollierten Doppelblindstudie festgestellt, dass Spirulina sowohl die Entschlackung fördert, als auch den Blutdruck reguliert und Gefäßzellen stärkt.

Spirulina kaufen –Drogerie, Bio-Laden oder Online

Zu kaufen gibt es Spirulina eigentlich in jedem auf Spezialnahrung ausgelegten Ladensortiment. Auch online sind Spirulina-Präparate inzwischen keine Seltenheit mehr. Nachstehend eine kleine Auswahl geeigneter Produkte:

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Fazit


Über Spirulina kursieren viele Gerüchte. Einige davon sind sicherlich kritisch zu bewerten, jedoch ändert das nichts am Gesundheitswert des urzeitlichen Bakteriums.

Wenngleich es nämlich nicht, wie so oft behauptet, als alternative Vitamin B12 Quelle angesehen werden kann, so steckt Spirulina doch voller essentieller Nährstoffe, die unser Körper täglich braucht.

Darüber hinaus weisen neuere Studien auch auf eine heilsame Wirkung der Spirulina hin, so zum Beispiel bei Immunschwächen, Autoimmunerkrankungen und Zellschäden.

Dabei sollte man Spirulina aber nicht wie ein Medikament oder Nahrungsergänzungsmittel, sondern wie ein ganz normales Lebensmittel nutzen, das am besten gemeinsam mit vitaminreichen Lebensmitteln verzehrt wird.

Spirulina in Kombination mit frischem Obst und vitaminreichem Gemüse ist also am besten.
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