Anaboler Stoffwechsel und kataboler Stoffwechsel

1. Anaboler Stoffwechsel und kataboler Stoffwechsel – einfach erklärt

Dieser Artikel befasst sich mit dem katabolen und dem anabolen Stoffwechsel. Wie du in unseren anderen Blogbeiträgen über den Stoffwechsel bereits lesen konntest, bezeichnet das Wort Stoffwechsel alle biochemischen Vorgänge im Organismus. Diese biochemischen Vorgänge sind die Aufnahme, der Transport, der Einbau und die chemische Veränderung von Stoffen, ebenso wie die Energiegewinnung und der Abtransport oder Abbau von Abfallprodukten.

Molekuele Aminosaeuren

1.1 Anaboler Stoffwechsel

Der anabole Stoffwechsel beschreibt die Stoffwechselvorgänge, die mit dem Bau und der Reparatur von Zellen beschäftigt sind. Der anabole Stoffwechsel entspricht also dem Aufbaustoffwechsel. Das „Aufbauen“ bezieht sich vor allem auf das Umwandeln der Baumaterialien Aminosäure, Fettsäure oder Glykose in körpereigene Zellbestandteile. Diese kleineren Einheiten werden dann im anabolen Stoffwechsel wieder in größere Moleküle, also im Organismus gerade benötigte spezielle Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate verwandelt.

Unser Körper benötigt diese Stoffe für:

  • das Abwehrsystem
  • die Bluterneuerung
  • die Heilung von Wunden
  • den Aufbau von Muskelmasse
  • die Zellerneuerung im Körpergewebe
Wichtig: Unser Stoffwechsel ist also unter anderem dafür zuständig, dass unser Körper wachsen, gedeihen und existieren kann.

SteroideDurch einen besonderen Reiz, nämlich körperliche Arbeit, wie wir sie zum Beispiel beim Workout tätigen, wird unser Stoffwechsel angeregt, neue Muskelzellen zu schaffen.

Aus diesem Grund kennen die meisten Menschen den Begriff anabol. Denn um gezielt Muskeln aufzubauen, versuchen viele Sportler den anabolen Stoffwechsel dazu zu bringen, mehr Muskelmasse aufzubauen.

 

1.2 Kataboler Stoffwechsel

Als katabolen Stoffwechsel bezeichnen wir dagegen alle biochemischen Vorgänge, bei denen Stoffe von komplexe in einfache Moleküle verwandelt werden. Dies ist zum Beispiel notwendig, um Energie zu gewinnen, aber auch der Abbau von Stoffwechselprodukten und die Entgiftung unseres Körpers sind Aufgaben des katabolen Stoffwechsels. Während der anabole Stoffwechsel also der Aufbaustoffwechsel ist, ist der katabole Stoffwechsel der Abbaustoffwechsel.

Dazu kommt, dass die nicht immer lebensfreundlichen Bedingungen unter denen Menschen zu leben hatten und zu leben haben, den Organismus dazu gezwungen haben, ein paar besondere Strategien zu entwickeln. Eine davon ist es, dass wir gelernt haben, uns zu unseren eigenen Energieträgern zu machen. Das bedeutet, wir sind in der Lage, überschüssige Nahrung in Körpergewebe umzubauen, das dann in Notsituationen, vom katabolen Stoffwechsel abgebaut werden kann. Solche „Lagerenergie“ befindet sich direkt in den Muskelzellen in Form von Glukose. Auch die Leber kann Glukose in begrenzter Menge einlagern, um den Blutzuckerspiegel konstant zu halten.
austoff

Auch beim kompletten Verzicht auf Kohlenhydrate kann der Körper die Energieversorgung für unser Gehirn und unser Immunsystem sichern. Durch den so genannten ketogenen Stoffwechsel, eine Form des katabolen Stoffwechsels, kann unser Körper Energiereserven für sich nutzbar machen. Um diesen Prozess in Gang zu setzen, müssen alle Glukosespeicher im Körper aufgebraucht sein. Dies geschieht entweder, indem die Glukosevorräte durch körperliche Belastung aufgebraucht sind oder dadurch, dass wir über einen längeren Zeitraum keine Kohlenhydrate zu uns nehmen. Dazu ist es nicht notwendig komplett auf Nahrung zu verzichten. Auch der weitgehende oder totale Verzicht auf Kohlenhydrate kann den ketogenen Stoffwechsel ankurbeln. Dazu bildet die Leber die so genannten Ketonkörper. Diese Ketonkörper spalten die Fettsäuren der Fettzellen auf, so dass sie von unseren Gehirnzellen verstoffwechselt werden können.

1.3 Vom Teller in die Zelle

Proteine-Fisch-und-GemueseUnser Körper erneuert sich ständig. Daher benötigen wir nicht nur während der Wachstumsphase ständig Nachschub an Baumaterial zur Herstellung neuer Zellen. Es ist im Laufe unseres gesamten Lebens wichtig, dass wir immer wieder Nahrung zu uns nehmen. Die einzelnen Bestandteile dieser Nahrung verwenden wir unter anderem dazu, alte, geschädigte und verbrauchte Zellen zu ersetzen. Ein reger anaboler Stoffwechsel erledigt dies für uns.

Eine Schlüsselrolle bei dieser Arbeit haben die Verdauungsorgane inne. Denn in ihnen werden die Nährstoffe, also Proteine, Fette und Kohlenhydrate, genauso wie Vitamine, Mineralien und Spurenelemente aufgespalten. Erst wenn aus Proteinen Aminosäuren, aus Fetten Fettsäuren und aus Kohlenhydraten Glukose wird, können diese über Blut und Lymphe dorthin transportiert werden, wo sie benötigt werden: in die Zellen. Durch den Stoffwechsel der Zellen werden Nährstoffe in Energie umgewandelt oder können als Baumaterial dienen.

Nährstoff vor der Verdauung Nährstoff nach der Verdauung
Proteine Aminosäuren
Fette Fettsäuren
Kohlenhydrate Glykose

2. Immer schön der Reihe nach

Auch wenn einige Stoffwechselarbeiten sowohl katabole als auch anabole Vorgänge benötigen, verlaufen beide Stoffwechselprozesse innerhalb einer Zelle niemals gleichzeitig ab. Damit trotzdem immer alle Stoffwechselprozesse richtig und in der richtigen zeitlichen Reihenfolge ablaufen, bedient sich der Körper vieler Enzyme und Hormone. Diese sind für den Körper im Grunde das Gleiche, was ein Katalysator in der Physik oder Chemie ist. Es sind Stoffe, die biochemische Reaktionen veranlassen oder auch erst ermöglichen. Durch sie verwandeln sich Stoffe, aber die Enzyme gehen aus diesen Reaktionen stets unverändert hervor.

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